Elektroautos weltweit auf dem Vormarsch

7. März 2017: Die Elektromobilität ist weltweit auf dem Vormarsch. Die Zahl der Fahrzeuge ist in den vergangenen fünf Jahren um das Zwanzigfache gestiegen. Laut eines Reports der Umweltorganisation WWF und des Ökostromanbieters LichtBlick sind heute rund zwei Millionen Elektroautos weltweit auf den Straßen unterwegs. Allerdings wird Deutschland beim Thema Elektromobilität zunehmend von Staaten wie China, Norwegen und den USA abgehängt. 

2016 machten Elektroautos bei den Neuzulassungen in Deutschland gerade einmal 0,7 Prozent aus. Zum Vergleich: In Norwegen waren es 29,3 Prozent. "Ausgerechnet die Automobilnation Deutschland verschläft diese Entwicklung", sagt Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft beim Ökostromanbieter LichtBlick. Der WWF kritisiert, dass der Verkehrssektor als einziger Wirtschaftszweig bislang keinen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Bei den politischen Rahmenbedingungen müsse hierzulande dringend nachjustiert werden. Andere Länder würden mit deutlichen Steuervergünstigungen, Zulassungsbeschränkungen für Verbrennungsmotoren oder sogar Pflichtquoten mehr Anreize schaffen. Elektrofahrzeuge sind auch eine Lösung zur Reinhaltung der Luft in Städten mit Feinstaubproblemen. 

Elektroautos als Zwischenspeicher für Millionen Haushalte

Entscheidend für den Erfolg der Verkehrswende ist laut WWF und LichtBlick die Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromsystem. Ladesäulen und Elektroautos müssten so ausgerüstet sein, dass sie künftig nicht nur Strom laden, sondern bei Bedarf auch wieder ins Netz zurückspeisen können. Nach Schätzungen entstünde dadurch bis 2050 ein Speicherpotenzial von 250 Gigawattstunden. Dies entspricht dem Jahres-Strombedarf von rund 70.000 Haushalten. Dies reicht aus, um rund 25 Mio. Haushalte einen Tag mit Strom zu versorgen. Zudem hätten Testprojekte gezeigt, dass E-Autos als Zwischenspeicher für Wind- und Sonnenstrom bei einer zehnjährigen Batterienutzung mehr als 10.000 Euro erwirtschaften könnten.