Klimasünder Deutschland: CO2-Ausstoß im ersten Halbjahr gestiegen

8. August 2017: Deutschlands CO2-Emissionen sind im ersten Halbjahr 2017 gestiegen. Besonders negativ ist die Entwicklung im Verkehrssektor. Die Denkfabriken "Agora Energiewende" und "Agora Verkehrswende" haben gestern ihre aktuelle CO2-Bilanz für das erste Halbjahr vorgelegt. Die Emissionen sind gestiegen. 

Ziel ist es, bis 2020 den gesamten Treibhausgas-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken. Dann dürften jährlich nur noch 750 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Im vergangenen Jahr waren es 906 Mio. Tonnen, entspricht 27,6 Prozent Minderung. Im ersten Halbjahr 2017 sind die Emissionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings gestiegen, und zwar um 1,2 Prozent auf 428 Mio. Tonnen. Auch für das Gesamtjahr erwarten die Agora-Experten einen Anstieg. 

Es sei vor allem der Verkehrssektor, der die Treibhausgasbilanz verhagelt. Mit 4,6 Mio. Tonnen mehr CO2 im Vergleich zum Vorjahr war der Emissionsanstieg im ersten Halbjahr hier besonders hoch. Die Ursachen dafür seien ein Absatzzuwachs beim Verkauf von Brennstoffen, plus 6,5 Prozent bei Diesel, plus 2,5 Prozent bei Benzin und fast acht Prozent mehr bei Kerosin.

95% der Deutschen unterstützt
den Ökostrom-Ausbau

Angesichts der aktuellen Treibhausgasbilanz fordern die Experten von der nächsten Bundesregierung ein "Sofortprogramm Klimaschutz 2020". Unterstützt wird diese Forderung auch durch eine aktuelle Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Danach halten 95 Prozent der Deutschen die stärkere Nutzung von Ökostromkraftwerken für wichtig oder sogar sehr wichtig. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zustimmung um zwei Prozentpunkte gewachsen. "95 Prozent sind ein deutliches Votum an die kommende Bundesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben", sagt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE.