Ohne Kohle ist das Stromnetz sicherer

15. November 2017: Die Stromversorgung wäre stabiler, wenn die neue Regierung einige Kohlekraftwerke abschaltet. Das geht aus einem Expertenpapier aus dem Bundeswirtschaftministerium hervor. Während in den Jamaika-Sondierungen um den Kohleausstieg gerungen wird, platzen die Experten des Wirtschaftsministeriums jetzt mit dieser Meldung heraus. "Eine Stilllegung von Kohlekraftwerken könnte die Versorgungssicherheit sogar steigern", heißt es in der Expertise des Ministeriums und der Bundesnetzagentur. Das sorgt für einigen Wirbel. Denn in der Diskussion um den Kohleausstieg wird häufig gewarnt, dass die rasche Abschaltung von Kohlemeilern die Stromversorgung gefährden würde. Dem ist den Experten zufolge mitnichten so. In dem Papier, so berichtet u.a. der Spiegel, ist davon die Rede, dass "der Großteil der Kohlekraftwerke" eine belastende Wirkung auf das Netz habe. 

Hintergrund ist die hohe Auslastung der Stromnetze. Es wird in Deutschland mehr Strom produziert als benötigt. Kohlemeiler laufen das ganze Jahr durch. Kommen dann noch Wind- und Solarkraftwerke dazu, stößt das Stromnetz an Grenzen. Regulierungsmaßnahmen sind notwendig, verbunden mit hohen Kosten, die die Verbraucher mit den Netzentgelten zahlen müssen. Dabei, so haben die Experten errechnet, könnten etwa sieben Gigawatt Kohlekraft problemlos abgeschaltet werden. Dies entspricht etwa zwölf bis 15 mittelgroßen Kraftwerken. Das Stromnetz wäre auch dann noch leistungsfähig, weil etwa 18 Gigawatt mehr produziert würden als die Deutschen maximal verbrauchen. Die Experten halten es auch für möglich, dass noch weitere Kohlekraftwerksleistungen kurzfristig ohne Probleme abgeschaltet werden können. Dafür seien noch weitere Berechnungen anzustellen.