Der Einstieg in den Kohleausstieg

28. Januar 2019: Der Einstieg in den Kohleausstieg ist eingeläutet. Am Morgen des 26. Januar einigte sich die Kohlekommission auf ein Ausstiegsdatum. Spätestens 2038, so der Vorschlag der Kommission, sollen die letzten Kohlemeiler vom Netz gehen. An diesen Empfehlungen kommt nun auch die Politik nicht mehr vorbei. Die Bundesregierung hatte die Kohlekommission beauftragt, ein Konzept für den Ausstieg aus der besonders klimaschädlichen Kohlestromerzeugung zu erarbeiten. 

Kaum hat die Kohlekommission ihre Ergebnisse bekannt gegeben, machen Weltuntergangsszenarien wieder die Runde. Die Absender stammen nicht selten aus der fossilen Energiewirtschaft. Aber was hat die Kohlekommission nun tatsächlich beschlossen? Fakt ist, dass in der 28-köpfigen Kommission Politiker, Klimaschützer, Gewerkschafter, Unternehmer und Wissenschaftler um einen Kompromiss gerungen haben, der Ökonomie und Ökologie in Einklang bringen sollte. Ergebnis: Bis 2022 sollen die ersten 12,5 Gigawatt von insgesamt 42,7 Gigawatt Kohlekraftwerkskapazitäten (Stand Ende 2017) vom Netz gehen. Bis 2030 sollen noch höchstens 17 Gigawatt am Markt sein. Das endgültige Ausstiegsdatum kann in Abstimmung mit den Betreibern auf 2035 vorverlegt werden. Dies soll 2032 überprüft werden. Es muss somit schrittweise ein Anteil von einem Drittel der Stromproduktion ersetzt werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betont, dass es keine Stromlücke geben wird. Durch mehr Kapazitäten erneuerbarer Energien, Speicher und Gaskraftwerke solle die Stromversorgung gesichert werden. Der Ausstieg erfolgt langfristig und planbar. 

Flankiert werden soll der Kohleausstieg mit Milliardenhilfen für Beschäftigte, betroffene Regionen und Stromverbraucher. Im Großen und Ganzen sind die Ergebnisse der Kohlekommission daher auch positiv aufgenommen worden. Klimaschützer hätten sich zwar ambitioniertere Ausstiegspläne gewünscht, begrüßen aber, dass es überhaupt eine Einigung gibt.