Dieser Winter wird teuer

1. Oktober 2018: Den Deutschen steht ein teurer Winter bevor. Nach den Heizölpreisen steigen jetzt auch die Gaspreise. Der Heizölpreis hat ein Vier-Jahreshoch erreicht und sich seit Januar 2016 nahezu verdoppelt. Zu Beginn des Gaswirtschaftsjahres am 1. Oktober registrieren Energiehändler und Vergleichsportale stark steigende Brennstoffpreise. Selten war der Trend zur Teuerung so eindeutig wie zu Beginn der aktuellen Heizsaison, berichtet die WELT. 

Viele der rund sechs Millionen Ölheizungsbesitzer hatten den sommerlichen Heizölkauf in der Hoffnung auf fallende Preise aufgeschoben und müssen nun noch tiefer in die Tasche greifen. Auch Gaskunden müssen mit Preissteigerungen rechnen. Bislang haben zwar nur wenige Versorger ihre Preise für 2019 veröffentlicht. Der erste Trend aber sieht nicht gut aus für Verbraucher. 18 Versorger kündigten Preiserhöhungen um durchschnittlich 7,9% an, nur zwei Stadtwerke wollen ihre Gaspreise senken. Ein Grund für den erwarteten Preisanstieg beim Gas. Nach dem späten Kälteeinbruch im vergangenen Winter haben viele Betreiber von Erdgasspeichern ihre Kavernen nicht mehr voll aufgefüllt, dann gab es eine hohe Nachfrage über den Sommer hinweg, weil Gaskraftwerke für Atom- und Kohlekraftwerke, denen in der Hitze das Kühlwasser ausgegangen war, einspringen mussten. Die Füllstände in den Erdgasspeichern sind noch nicht wieder ganz erreicht. Kommt es zu einem frühen Kälteeinbruch, könnten Speicherbetreiber entsprechend zurückhaltend bei der Freigabe von Mengen reagieren, um für einen eventuell länger andauernden Winter gewappnet zu sein. 

Deutschland müsste dann relativ flüssiges Erdgas auf dem Weltmarkt einkaufen. Derzeit kauft allerdings China flüssiges Erdgas in Größenordnungen auf, um im eigenen Land die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke in den Griff zu bekommen.