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windpark artlenburg

naturwind plant, im Windpark Artlenburg fünf Windenergieanlagen abzubauen und durch acht moderne Windräder zu ersetzen. Möglich wird dies durch eine Erweiterung des bisherigen Windparkgebietes. Der Landkreis Lüneburg will mit der Neuaufstellung des regionalen Raumordnungsprogrammes Vorrangflächen für die Windenergie aufstellen. Südlich von Artlenburg entlang des Elbe-Seitenkanals soll eine 163 ha große Fläche als Windvorranggebiet ausgewiesen werden. In dieses Gebiet passen bis zu acht moderne Windräder der 7 MW-Klasse. Das Bild oben zeigt eine Visualisierung mit acht Windrädern im Windpark ArtlenburgAnwohner und Gemeinde sollen von der Windenergienutzung vor Ort finanziell profitieren.

NW_Icon_Baustatus

Projektstatus

Genehmigungsplanung

Anlagentyp

8 Vestas V-162

Leistung

57,6 MW

Projektpartner

wpd windmanager, Windpark Lüneburg GmbH & Co. KG

So soll die Gemeinde profitieren

Gemeinden im 2,5 Kilometer-Umkreis um den Windpark Artlenburg sollen von der Kommunalabgabe nach § 6 EEG profitieren. Das heißt: Sie erhalten je erzeugter Kilowattstunde 0,2 Cent als Abgabe. Die Aufteilung erfolgt anhand des Flächenanteils der Gemeinden im 2,5-Kilometer-Radius. Jährlich fließen so laut Ertragsprognose rund 256.000 Euro in die Kassen der umliegenden Gemeinden. Der Anteil für die Gemeinde Artlenburg liegt bei 98.560 Euro. Der Rest geht an sieben weitere umliegende Gemeinden. 

Zudem haben sich der künftige Windparkbetreiber und die Flächeneigentümer verpflichtet, jährlich weitere 4.000 Euro pro Windrad, zusammen 32.000 Euro, für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung zu stellen. Dieses Geld kann beispielsweise für die Förderung von Vereinen und sozialen Projekten genutzt werden. 

So sollen Anwohner profitieren

Der Fleckenrat Artlenburg möchte für seine Einwohner eine finanzielle Beteiligung an einem Bürger- und Kommunalwindrad anbieten. Die Einwohner können sich so direkt finanziell am Windpark Artlenburg beteiligen. Denkbar sind aber auch andere Beteiligungsformen, zum Beispiel ein Strombonus für Privathaushalte oder eine festverzinsliche Geldanlage. Welche Teilhabeoption umgesetzt wird, das entscheidet naturwind zusammen mit der Gemeinde. Im Sommer 2025 fand dazu auch eine Infomesse statt. 

Standort

Der Windpark Artlenburg befindet sich südlich von Artlenburg und westlich des Elbe-Seitenkanals. Artlenburg ist ein Flecken im Landkreis Lüneburg und Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Scharnebeck.

Faktencheck zur Windenergie

Falsch- und Desinformationen zur Windkraft sind weit verbreitet. Ob nun aus Unwissenheit oder ob falsche Fakten bewusst gestreut wurden, wichtig ist, solche Falschmeldungen (Fake News) zu erkennen. In unserem WINDCHECK haben wir häufige Mythen zur Windenergie entlarvt und falsche oder irreführende Behauptungen richtiggestellt. 

Fragen & Antworten

Der Mensch verändert seit Generationen die Landschaft, auch Windenergieanlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild. Sie werden zwar nur auf ein bis zwei Prozent der Fläche in Deutschland gebaut, haben also einen geringen Flächenbedarf, sind aber weithin sichtbar. Ob eine Landschaft mit Windrädern als schön empfunden wird oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks und auch des Gewöhnens. Für junge Menschen ist der Anblick von Windrädern bereits völlig normal. Bei modernen Windenergieanlagen ist die optische Wirkung  von Windrädern durch kleinere Rotor-Drehzahlen geringer. 

Der Gesetzgeber hat Grenzwerte für Lärm - bei Tag und bei Nacht - festgelegt, die eingehalten werden müssen. Tagsüber wird das Rauschen der Rotoren überwiegend durch andere Alltagsgeräusche, wie Straßenlärm und das Rauschen von Bäumen und Büschen im Wind, überlagert. Nachts sind die Lärmgrenzwerte noch strenger als tagsüber. Können diese nicht eingehalten werden, werden Windräder nachts abgeschaltet. Moderne Windenergieanlagen sind aber längst nicht mehr so laut wie ihre Vorgänger aus den Pionierzeiten der Windenergie.  

Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass die theoretisch maximal mögliche Schattenwurfdauer auf ein Wohnhaus 30 Minuten am Tag und 30 Stunden im Jahr nicht überschreiten darf. Für die Windenergieanlagen wird dann eine Abschaltvorrichtung vorgesehen. Dazu werden Sensoren, die die Strahlung und die Beleuchtungsstärke messen, verwendet und die Windenergieanlagen sowie sämtliche betroffenen Wohnhäuser genau eingemessen. Wird eine solche Abschaltautomatik eingesetzt, die meteorologische Parameter wie Bewölkung berücksichtigt, ist die tatsächliche Beschattungsdauer auf acht Stunden pro Jahr zu begrenzen.

Es gibt viele Gefahren für Tiere. Windräder spielen dabei nur eine geringe Rolle. Hauptursache für das Artensterben ist, dass viele Tiere durch Industrialisierung und Urbanisierung und auch durch den Klimawandel ihre Lebensräume verlieren. Letztlich ist es unser Wohlstand, der dafür verantwortlich ist. Die Windenergiebranche tut viel, um Windräder naturverträglich zu errichten und Lebensräume zu erhalten. Windräder sind nicht die Ursache für ein vermehrtes Artensterben. Ein Beispiel: Schätzungen gehen von 150.000 toten Vögeln an deutschen Windrädern pro Jahr aus, so genannte Schlagopfer. Zum Vergleich: Durch Straßen- und Bahnverkehr sterben in Deutschland jährlich ca. 70 Mio. Vögel, durch Hauskatzen 20 bis 100 Mio., und an Glasscheiben verenden jedes Jahr mindestens 100 Mio. Vögel. Wildtiere am Boden werden kaum durch Windenergieanlagen beeinflusst bzw. gewöhnen sie sich sehr schnell an die veränderte Umgebung.

Brände von Windenergieanlagen sind selten. Es wird viel getan, um solche Vorfälle zu verhindern. Es gibt Temperatur- und Drucküberwachungen, Brand- und Rauchmeldesysteme, Lösch- und Blitzschutzeinrichtungen. Für jedes Windrad wird ein Brandschutzkonzept erstellt. Das Auslaufen von Betriebsflüssigkeiten wird durch moderne Messtechnik ebenfalls frühzeitig erkannt. Auffangvorrichtungen verhindern das Auslaufen von Betriebsflüssigkeiten. 

UNSERE LEISTUNGEN

Flächensicherung 100%
Projektierung 80%
Genehmigung

Vom Repowering und der Erweiterung des Windparks werden die Gemeinde und die Einwohner auch finanziell profitieren.

Milan Piezunka, Projektleiter

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Windpark Wangelau-Witzeeze

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Veränderte Luftströmungen im Umfeld von Windparks führen zu einer stärkeren Durchmischung der unteren Luftschichten. Dies kann nachts einen räumlich begrenzten Erwärmungseffekt in Bodennähe haben. Diesen Effekt nutzen Obstbauern beispielsweise, um Schäden durch späte Nachtfröste im Frühjahr zu minimieren. Das Klima der bodennahen Luftschichten wird als Mikroklima bezeichnet.

Zum Nachlesen:

Lokale mikroklimatische Effekte durch Windkrafträder, Wissenschaftliche Dienste Deutscher Bundestag, 2020

In einer Studie des Umweltbundesamtes wurde die Energy Payback Time, also die energetische Amortisationszeit, von Windenergieanlagen untersucht. Sie lag zwischen 2,5 und 11 Monaten.

Zum Nachlesen:

Abschlussbericht Umweltbundesamt (UBA), Mai 2021: „Aktualisierung und Bewertung der Ökobilanzen von Windenergie- und Photovoltaikanlagen unter Berücksichtigung aktueller Technologieentwicklungen"