mecklenburg-vorpommern
windpark gustow
naturwind plant zwischen Gustow und Saalkow bis zu zehn Windenergieanlagen zu errichten. Umliegende Gemeinden und Anwohner sollen von der Windenergieerzeugung profitieren. Das Teilhabekonzept sieht u.a. einen Strombonus für Privathaushalte vor.

Projektstatus
Genehmigungsplanung

Anlagentyp
10 Enercon E-175

Leistung
70 MW

Projektpartner
Windpark Gustow GmbH & Co. KG
Aktueller Planungsstand
Das Gebiet nördlich von Gustow wird im Entwurf des Regionalen Raumentwicklungsprogrammes Vorpommern als Windvorranggebiet dargestellt. 2024 fand bereits die erste Beteiligungsrunde statt, 2026 folgt die zweite Öffentlichkeitsbeteiligung. Gemeinden und Anwohner können Stellungnahmen abgeben. Hintergrund der Neuaufstellung des Raumentwicklungsprogrammes sind die vom Gesetzgeber vorgegeben Flächenziele zum Windenergieausbau. Diese Übersichtskarte (PDF) zeigt unsere aktuelle Anlagen-Planung für das Windvorranggebiet Gustow.

Zu den Planungen für einen Netzanschluss des Windparks hat der zuständige Netzbetreiber auf Basis der derzeitigen Netzauslastung mitgeteilt, dass grundsätzlich die Möglichkeit eines Netzanschlusses besteht. Eine abschließende Bewertung sowie verbindliche Aussagen bleiben der weiteren Netzprüfung und den nachfolgenden Planungsschritten vorbehalten.
So profitieren Gemeinden und Anwohner
Das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet Windparkbetreiber seit 2016, Kommunen und Anwohner finanziell zu beteiligen. Im März 2026 hat der Landtag ein weiterentwickeltes Beteiligungsgesetz beschlossen, sodass Bürger und Gemeinden künftig noch mehr von Windparks in ihrer Nachbarschaft profitieren. Das neue Gesetz sieht vor, dass
- 5.000 Euro je Megawatt installierter Leistung an Gemeinden im 2,5 Kilometer-Umkreis zu zahlen sind. Die Verteilung erfolgt anteilig nach der Fläche innerhalb des Umkreises.
- Weitere 5.000 Euro je Megawatt sollen die Einwohner im 2,5 Kilometer-Umkreis in Form von Strompreisgutschriften oder Haushaltsdirektzahlungen erhalten.
Neben diesem Standard-Modell können Gemeinden auch alternative Beteiligungsmodelle mit Windparkbetreibern vereinbaren, etwa eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung in einer Genossenschaft oder Förderungen für Vereine.
Für den Windpark Gustow wird zunächst das Standard-Modell angeboten.
Beteiligung der Gemeinden: Insgesamt 350.000 Euro jährlich, die wie folgt verteilt werden:
- Gemeinde Gustow: 208.950 EUR
- Gemeinde Altefähr: 64.400 EUR
- Gemeinde Rambin: 50.400 EUR
- Gemeinde Poseritz: 22.400 EUR
- Gemeinde Samtens: 700 EUR
Beteiligung der Anwohner: Weitere 350.000 Euro stehen den Haushalten im Umkreis zur Verfügung. Betroffen sind die Ortschaften Gustow, Nesebanz. Klein Bandelvitz, Jarkvitz, Kransdorf, Saalkow, Warksow, Datzow und Götemitz - zusammen rund 220 Haushalte. Daraus ergibt sich ein jährlicher Strombonus von 1.590 Euro pro Haushalt.
Hinweis: Die Zahlen basieren auf dem derzeitigen Planungsstand und sind abhängig von den konkreten Standorten der Windenergieanlagen sowie deren Leistung. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens können sich Änderungen ergeben, die Auswirkungen auf die Höhe und Verteilung der finanziellen Beteiligung haben können.
Ausgleichsmaßnahmen für den Windpark Gustow
Windparkbetreiber sind zu Ausgleichsmaßnahmen für den Bau von Windenergieanlagen verpflichtet. Unser Ziel ist, diese möglichst ortsnah durchzuführen. Für den Windpark Gustow wird eine Renaturierungsmaßnahme auf der Halbinsel Drigge umgesetzt. Dort werden 21 Hektar Ackerland in Wald umgewandelt. Geplant ist, mehr als 40 verschiedene Baum- und Straucharten anzupflanzen und so die Artenvielfalt zu fördern und das Landschaftsbild aufzuwerten. Auf eine künftige Bewirtschaftung des Waldes wird - abgesehen von den Waldrändern - verzichtet. Des Weiteren hat naturwind ein Umweltplanungsbüro beauftragt, Sichtschutzanpflanzungen im Umfeld der geplanten Windenergieanlagen zu prüfen. Diesen Wunsch hatten Anwohner geäußert. Ob es gelingt, solche Baumhecken anzupflanzen, hängt insbesondere auch von der Zustimmung der Eigentümer der Flächen ab. In der Regel erfolgen solche Anpflanzungen an vorhandenen Feldwegen.
Standort
Die Windenergieanlagen sollen auf einer Fläche nördlich von Gustow, zwischen den Orten Gustow und Saalkow, entstehen. Saalkow ist ein Ortsteil der Gemeinde Gustow im Landkreis Vorpommern-Rügen.
Fragen & Antworten
In Deutschland müssen Windräder seit 2025 mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ausgerüstet sein. Das heißt, die Windräder blinken nachts nicht mehr dauerhaft, sondern nur dann, wenn sich ein Flugzeug nähert. Die so genannte Hindernisbefeuerung wird dadurch nachts zu mehr als 90 Prozent aus sein.
Windenergieanlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild. Sie werden zwar nur auf maximal ein bis zwei Prozent der Fläche in Deutschland gebaut, haben also einen geringen Flächenbedarf, sind aber weithin sichtbar. Ob eine Landschaft mit Windrädern als schön empfunden wird oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks und auch des Gewöhnens. Der Mensch verändert seit Generationen die Landschaft. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine neue Landschaftsästhetik. Für junge Menschen ist der Anblick bereits völlig normal. Zudem ist heute bei modernen Windenergieanlagen durch geringere Rotor-Drehzahlen die optische Wirkung von Windrädern geringer.
Der Gesetzgeber hat Grenzwerte für Lärm - bei Tag und bei Nacht - festgelegt, die eingehalten werden müssen. Tagsüber wird das Rauschen der Rotoren überwiegend durch andere Alltagsgeräusche, wie Straßenlärm und das Rauschen von Bäumen und Büschen im Wind, überlagert. Nachts sind die Lärmgrenzwerte noch strenger als tagsüber. Können diese nicht eingehalten werden, werden Windräder nachts abgeschaltet. Moderne Windenergieanlagen sind aber längst nicht mehr so laut wie ihre Vorgänger aus den Pionierzeiten der Windenergie. Mehr dazu im Infopapier Schall und Windenergie des Bundesverbands Windenergie (BWE). »Link
Bauliche Veränderungen im Umfeld können kurzzeitige Kaufpreisschwankungen auslösen. Das ist aber ganz normal auf dem Immobilienmarkt. Nach derzeitigem Kenntnisstand haben Windenergieanlagen jedoch keinen dauerhaft negativen Einfluss auf Immobilienwerte. Das haben diverse Untersuchungen bestätigt. Es sind viele Faktoren, die den Grundstückspreis beeinflussen, und nicht eine einzelne Komponente wie die Windkraft. Vor allem sind es demografische und ökonomische Einflüsse.
Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass die theoretisch maximal mögliche Schattenwurfdauer auf ein Wohnhaus 30 Minuten am Tag und 30 Stunden im Jahr nicht überschreiten darf. Für die Windenergieanlagen wird dann eine Abschaltvorrichtung vorgesehen. Dazu werden Sensoren, die die Strahlung und die Beleuchtungsstärke messen, verwendet und die Windenergieanlagen sowie sämtliche betroffenen Wohnhäuser genau eingemessen. Wird eine solche Abschaltautomatik eingesetzt, die meteorologische Parameter wie Bewölkung berücksichtigt, ist die tatsächliche Beschattungsdauer auf acht Stunden pro Jahr zu begrenzen.
Es gibt viele Gefahren für Tiere. Windräder spielen dabei nur eine geringe Rolle. Hauptursache für das Artensterben ist, dass viele Tiere durch Industrialisierung und Urbanisierung und auch durch den Klimawandel ihre Lebensräume verlieren. Letztlich ist es unser Wohlstand, der dafür verantwortlich ist. Die Windenergiebranche tut viel, um Windräder naturverträglich zu errichten und Lebensräume zu erhalten. Windräder sind nicht die Ursache für ein vermehrtes Artensterben. Ein Beispiel: Schätzungen gehen von 150.000 toten Vögeln an deutschen Windrädern pro Jahr aus, so genannte Schlagopfer. Zum Vergleich: Durch Straßen- und Bahnverkehr sterben in Deutschland jährlich ca. 70 Mio. Vögel, durch Hauskatzen 20 bis 100 Mio., und an Glasscheiben verenden jedes Jahr mindestens 100 Mio. Vögel. Wildtiere am Boden werden kaum durch Windenergieanlagen beeinflusst bzw. gewöhnen sie sich sehr schnell an die veränderte Umgebung.
Seit einer Gesetzesänderung 2021 zur so genannten Gewerbesteuerzerlegung fließen im Regelfall 90 Prozent der Gewerbesteuern an die Gemeinde, in der die Windräder stehen. Die Höhe der Gewerbesteuer hängt vom Betriebsergebnis ab. Das Betriebsergebnis wird in den ersten Jahren aufgrund hoher Zinsen und hoher Abschreibungen oft geschmälert, sodass in den Anfangsjahren keine oder nur geringe Gewerbesteuern anfallen. Gewerbesteuereinnahmen sind umlagepflichtig, sodass nicht das gesamte Geld in der Gemeinde bleibt. Anders bei den finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten. Diese Mittel sind i.d.R. nicht umlagepflichtig.
Brände von Windenergieanlagen sind selten. Es wird viel getan, um solche Vorfälle zu verhindern. Es gibt Temperatur- und Drucküberwachungen, Brand- und Rauchmeldesysteme, Lösch- und Blitzschutzeinrichtungen. Für jedes Windrad wird ein Brandschutzkonzept erstellt. Das Auslaufen von Betriebsflüssigkeiten wird durch moderne Messtechnik ebenfalls frühzeitig erkannt. Auffangvorrichtungen verhindern das Auslaufen von Betriebsflüssigkeiten.
Faktencheck zur Windenergie
Falsch- und Desinformationen zur Windkraft sind weit verbreitet. Ob nun aus Unwissenheit oder ob falsche Fakten bewusst gestreut wurden, wichtig ist, solche Falschmeldungen (Fake News) zu erkennen. In unserem WINDCHECK haben wir häufige Mythen zur Windenergie entlarvt und falsche oder irreführende Behauptungen richtiggestellt.
Einladung zur Besichtigung eines bestehenden Windparks
Die Planung eines Windparks wirft Fragen auf. Deshalb möchten wir allen interessierten Einwohnern der Gemeinde Gustow die Möglichkeit geben, sich ein eigenes Bild von moderner Windenergie zu machen und gemeinsam mit uns einen bestehenden Windpark in Mecklenburg-Vorpommern zu besichtigen. Vor Ort können Teilnehmer erleben, wie moderne Windenergieanlagen wirken, wie sich Geräusche, Abstände und Dimensionen tatsächlich anfühlen. Oft ersetzt der persönliche Eindruck abstrakte Vorstellungen.
Bei entsprechendem Interesse organisieren wir eine Besichtigung eines vorhandenen Windparks. Vor Ort erhalten Sie auch Einblicke in Technik, Abläufe und Sicherheitskonzepte und können sich mit Fachleuten austauschen. Bei Interesse freuen wir uns über Ihre Anmeldung über das neben stehende Formular. Wir informieren Sie zu gegebener Zeit über Termin, Treffpunkt und weitere Details. Eine Teilnahme ist selbstverständlich unverbindlich und kostenlos. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen.
UNSERE LEISTUNGEN
Weitere Windparks von naturwind
Windpark Breesen
Windpark Beggerow-Borrentin
Windpark Kublank-Groß Miltzow