brandenburg

windpark baruth-mückendorf

naturwind plant, im Forst nördlich von Mückendorf einen Windpark zu errichten. Der Windstrom soll vollständig vor Ort genutzt werden. Partner in diesem Projekt ist die Classen-Gruppe, die in Baruth eine der weltweit größten Laminatproduktionen betreibt. Mit dem Bau des Windparks soll die Stromversorgung für die Faserplatten- und Laminatproduktion gesichert werden. Zudem wird es Wärmelösungen für alle Ortsteile von Baruth/Mark geben. Die ursprüngliche Idee, unvermeidbare Abwärme aus der Faserplattenproduktion in ein Wärmenetz einzuspeisen und damit den Ortsteil Mückendorf sowie die Stadt Baruth zu versorgen, wurde aus Kostengründen verworfen. Geplant ist zudem der Bau einer Wasserstoffproduktion in Zusammenarbeit mit der ZGGB (Zukunft Grüne Gase Brandenburg). 

In diesem wegweisenden Energieprojekt wird somit ein ganzheitlicher lokaler Ansatz verfolgt. Der Windpark sorgt für Windstrom, Wärme und Wasserstoff. Am Gesamtprojekt mit dem Titel „Energie für Baruth“ sind verschiedene Partner aus der Energiebranche beteiligt.

NW_Icon_Baustatus

Projektstatus

B-Plan-Verfahren / Genehmigungsplanung

Anlagentyp

21 Nordex N-175

BLAU_Icon_Leistung

Leistung

142,8 MW

Projektpartner

Classen Gruppe, wpd onshore

Aktueller Planungsstand und nächste Schritte

Da es sich nicht um ein ausgewiesenes Windvorranggebiet handelt, nutzt die Stadt Baruth/Mark die Gemeindeöffnungsklausel und führt ein Bauleitplanverfahren für den Windpark durch. Der Bebauungsplan soll 2026 fertiggestellt werden. Der Änderung des Flächennutzungsplanes haben die Stadtvertreter im Juni 2025 zugestimmt und so Planungsrecht für den Bebauungsplan geschaffen.

Die naturwind Potsdam GmbH hat im Oktober 2024 einen positiven Vorbescheid zum Bau von 19 Windenergieanlagen im Landschaftsschutzgebiet „Baruther Urstromtal und Luckenwalder Heide“ erhalten. Das Landesamt für Umwelt Brandenburg hat damit festgestellt, dass der Bau von Windenergieanlagen im Landschaftsschutzgebiet außerhalb eines Windvorranggebietes möglich ist, solange die Landes-Flächenziele laut „Windenergieflächenbedarfsgesetz“ nicht erreicht sind. 

Parallel zum B-Plan-Verfahren fanden bereits sämtliche naturschutzfachlichen Untersuchungen zum geplanten Windpark statt. Schwerpunkt waren die Kartierungen von Brutvögeln im Umkreis des Windparks. Zudem wurden Schall- und Schattenemissionen untersucht. 

Regionale Stromversorgung 

Der Windpark Baruth-Mückendorf soll schwerpunktmäßig zur Energieversorgung des Laminat- und Faserplattenwerkes der Classen-Gruppe dienen. Zudem soll der Windpark den Strombedarf der Gemeinde und ihrer Einwohner sowie weiterer Unternehmen in Baruth decken. Weiterhin wird Strom für die Bereitstellung von Wärme sowie für den Betrieb einer Wasserstoffproduktion benötigt. 

Wärme für alle Ortsteile von Baruth/Mark

Die Idee, unvermeidbare Abwärme aus der Laminat- und Faserplattenproduktion der Classen-Gruppe in ein Wärmenetz einzuspeisen und damit den Ortsteil Mückendorf sowie die Stadt Baruth zu versorgen, wurde aus Kostengründen verworfen. Das neue Wärmekonzept bietet im Gegensatz dazu nun Lösungen für alle Ortsteile von Baruth/Mark. Je nach Lage können Biogas, Wärmepumpen oder ein Wärmenetz zum Einsatz kommen. 

Teilhabe für Kommunen im Umkreis des Windparks

Kommunen können finanziell von der Windenergieerzeugung vor Ort profitieren. Dies wurde in den vergangenen Jahren gesetzlich geregelt.

  • So können betroffene Gemeinden im Umkreis von 2,5 Kilometern um einen Windpark nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) über eine Kommunalabgabe beteiligt werden. Diese ist ertragsabhängig und kann sich auf bis zu 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde belaufen. Dies entspricht jährlich rund 400.000 Euro für die Stadt Baruth. 

  • Zudem schreibt das Land Brandenburg die finanzielle Teilhabe von Kommunen an der Windenergie per Gesetz vor. Bislang galt dafür das Windenergieanlagenabgabengesetz, wonach pro Windrad jährlich 10.000 Euro an Kommunen im 3-km-Radius zu zahlen sind. Das hätte der Stadt Baruth weitere rund 130.000 Euro pro Jahr in den kommunalen Haushalt gespült. Diese pauschale Abgabe wurde zum 31. Dezember 2025 abgeschafft und die kommunale Teilhabe stattdessen an die Leistung der Windenergieanlagen gekoppelt. Mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Sonderabgabengesetz werden sich die Zahlungen annähernd verdreifachen.

Standort

Das potenzielle Windparkgebiet liegt vollständig in der Gemeinde Baruth, nördlich des Baruther Ortsteiles Mückendorf. Die Fläche ist überwiegend bewaldet. Es handelt sich um einen hauptsächlich mit Kiefern bewachsenen Wirtschaftswald (Forst). 

Porträt Stephan Wiggeshoff

Faktencheck zur Windenergie

Falsch- und Desinformationen zur Windkraft sind weit verbreitet. Ob nun aus Unwissenheit oder ob falsche Fakten bewusst gestreut wurden, wichtig ist, solche Falschmeldungen (Fake News) zu erkennen. In unserem WINDCHECK haben wir häufige Mythen zur Windenergie entlarvt und falsche oder irreführende Behauptungen richtiggestellt. 

Fragen & Antworten

Windenergieanlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild. Sie werden zwar nur auf rund zwei Prozent der Fläche in Deutschland gebaut, haben also einen geringen Flächenbedarf, sind aber weithin sichtbar. Ob eine Landschaft mit Windrädern als schön empfunden wird oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks und auch des Gewöhnens. Der Mensch verändert seit Generationen die Landschaft. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine neue Landschaftsästhetik. Für junge Menschen ist der Anblick bereits völlig normal.

Es gibt viele Gefahren für Tiere. Windräder spielen dabei nur eine geringe Rolle. Hauptursache für das Artensterben ist, dass viele Tiere durch Industrialisierung und Urbanisierung und auch durch den Klimawandel ihre Lebensräume verlieren. Letztlich ist es unser Wohlstand, der dafür verantwortlich ist. Die Windenergiebranche tut viel, um Windräder naturverträglich zu errichten und Lebensräume zu erhalten. Windräder sind nicht die Ursache für ein vermehrtes Artensterben. Ein Beispiel: Schätzungen gehen von 150.000 toten Vögeln an deutschen Windrädern pro Jahr aus, so genannte Schlagopfer. Zum Vergleich: Durch Straßen- und Bahnverkehr sterben in Deutschland jährlich ca. 70 Mio. Vögel, durch Hauskatzen 20 bis 100 Mio., und an Glasscheiben verenden jedes Jahr mindestens 100 Mio. Vögel.

Der Wald ist von jeher ein wichtiger Energielieferant. Denn Holz ist gespeicherte Sonnenenergie. Mit Windrädern gibt es jetzt die Möglichkeit, zusätzliche regenerative Energieressourcen zu gewinnen. Dafür wird nur wenig Fläche benötigt. Im Umfeld einer Windkraftanlage bleibt der Wald als Lebensraum und auch als Energie- und Rohstofflieferant erhalten. Was abgeholzt wird, wird an anderer Stelle wieder aufgeforstet.

Brände von Windenergieanlagen sind selten. Es wird viel getan, um solche Vorfälle zu verhindern. Es gibt Temperatur- und Drucküberwachungen, Brand- und Rauchmeldesysteme, Lösch- und Blitzschutzeinrichtungen. Für jedes Windrad wird ein Brandschutzkonzept erstellt. Dabei wird dem Standort im Wald besonders Rechnung getragen. So muss es beispielsweise doppelte Zuwegungen geben, es werden Wasserzisternen angelegt etc. Das Anlegen zusätzlicher Wege und von Wasserentnahmestellen verbessert auch den Brandschutz für das Waldgebiet insgesamt. 

Weitere informationen

Bürgerbeteiligung: Mit Anwohnern im Gespräch

Für den 5. und 6. September 2023 hatten die Projektinitiatoren Anwohner zu Infomessen in Mückendorf und Baruth eingeladen. Rund 150 Einwohner der Stadt Baruth und ihrer Ortsteile nutzten das Angebot, sich über das geplante Energieprojekt zu informieren und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Im Zuge der Bürgerbeteiligung konnten die Einwohner auch ihre Meinungen und Hinweise zum geplanten Bau des Windparks sowie zum Bau eines Nahwärmenetzes für die Orte Baruth und Mückendorf äußern. So erhielten naturwind und Classen wichtige Anregungen, die im weiteren Projektverlauf und in Abstimmung mit der Stadt Baruth überprüft werden sollen.

Zudem hatten die Anwohner die Möglichkeit, sich als Interessenten für eine grüne Nahwärmeversorgung und für einen Windstromtarif listen zu lassen. Der entsprechende Fragebogen kann weiterhin ausgefüllt und per E-Mail an naturwind gesandt werden. 

Nadelwald mit Weg und Windrad

sie haben interesse an einer energieversorgung mit strom und wärme?

Dann füllen Sie unseren Fragebogen aus und lassen sich unverbindlich als Interessent registrieren! Wir werden Sie dann über den weiteren Projektverlauf informieren.

Weitere Windparks von naturwind

Windpark Wulkow-Trebnitz

Windpark Karstädt-Kribbe

Windpark Müncheberg-Mittelheide

Veränderte Luftströmungen im Umfeld von Windparks führen zu einer stärkeren Durchmischung der unteren Luftschichten. Dies kann nachts einen räumlich begrenzten Erwärmungseffekt in Bodennähe haben. Diesen Effekt nutzen Obstbauern beispielsweise, um Schäden durch späte Nachtfröste im Frühjahr zu minimieren. Das Klima der bodennahen Luftschichten wird als Mikroklima bezeichnet.

Zum Nachlesen:

Lokale mikroklimatische Effekte durch Windkrafträder, Wissenschaftliche Dienste Deutscher Bundestag, 2020

In einer Studie des Umweltbundesamtes wurde die Energy Payback Time, also die energetische Amortisationszeit, von Windenergieanlagen untersucht. Sie lag zwischen 2,5 und 11 Monaten.

Zum Nachlesen:

Abschlussbericht Umweltbundesamt (UBA), Mai 2021: „Aktualisierung und Bewertung der Ökobilanzen von Windenergie- und Photovoltaikanlagen unter Berücksichtigung aktueller Technologieentwicklungen"