mecklenburg-vorpommern

energiepark plate

Das Windeignungsgebiet Plate soll zum Energiepark weiterentwickelt werden. Ziel ist, aus vor Ort erzeugtem Wind- und Sonnenstrom in einer Elektrolyse-Anlage regenerativen Wasserstoff und Folgeprodukte wie CNG, LNG (sogenannte E-Fuels) oder Methanol zu erzeugen und die Energie so speicherbar und auch regional besser nutzbar zu machen. 

Hintergrund: Wind- und Sonnenstrom sind vom Wetter abhängig. Bei einer dezentralen Versorgung ist die besondere Herausforderung, Energieerzeugung und -nutzung aufeinander abzustimmen. Mit Wasserstoff lässt sich grüner Strom speichern und bei Bedarf wieder rückverstromen. Darüber hinaus bietet Wasserstoff neue Optionen für eine regionale Wärmeversorgung und für die Verkehrswende. 

In der Nachbargemeinde Lübesse ist bereits eine ähnliche Power-to-X-Anlage geplant. Dort soll aus Grünstrom regenerativer Wasserstoff und synthetisches Methan erzeugt werden.  

Darum Plate: Windeignungsgebiet sinnvoll nutzen

Westlich von Plate ist im dritten Entwurf des Regionalen Raumentwicklungsprogrammes Westmecklenburg ein Windeignungsgebiet ausgewiesen, für das naturwind den Bau und Betrieb von acht Windrädern beantragt hat (hier gehts zur Projekt-Website für den Windpark Plate). Ziel der Gemeinde Plate ist es, eine regionale Nutzung der vor Ort erzeugten Energie zu ermöglichen und neben Windenergieanlagen auch Flächen für die Verstetigung und Speicherung erneuerbarer Energien zu schaffen. Dazu ist geplant, für die Windenergie möglichst konfliktarme Flächen im Windeignungsgebiet zu nutzen. Andere Bereiche sollen für den Betrieb eines Solarparks und für die Wasserstoffproduktion genutzt werden. Um dies zu ermöglichen, hat die Gemeinde Plate die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Energiepark Plate West“ beschlossen, in dem Baufenster für die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten (Wind, Photovoltaik und Wasserstoff) festgelegt werden sollen. Die Gemeinde entscheidet also selbst mit, wie der künftige Energiepark aussehen wird.  

Das Projekt in Plate ist das zweite dieser Art in der Region. In der Nachbargemeinde Lübesse soll bis 2024 eine Energieversorgungszentrale, die aus Windstrom Wasserstoff und in einem zweiten Schritt synthetisches Methan (grünes Windgas) erzeugen soll, abgeschlossen sein. Dezentrale Wasserstofflösungen wie diese sind gut und sinnvoll, um regional erzeugte Energie vor Ort zu nutzen und die erneuerbaren Energien netz- und systemdienlich in die künftige Energieversorgung zu integrieren. In Lübesse und in Plate sollen so Unternehmen und Einwohner mit regenerativer regionaler Energie (Strom und Wärme) versorgt werden. Regional überschüssiger Strom aus dem Energiepark bietet weitere Möglichkeiten. In Lübesse ist geplant, synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) für den Mobilitätssektor zu produzieren. 

Das sind die nächsten Schritte

Aktuell wird die Aufstellung des Bebauungsplanes „Energiepark Plate West“ vorbereitet. Dies ist Voraussetzung für die Nutzung des Gebietes als Energiepark mit erneuerbarer Stromerzeugung und für die Energieumwandlung und Speicherung. Für den Bau des Solarparks innerhalb des geplanten Windeignungsgebietes ist zudem ein so genanntes Zielabweichungsverfahren (ZAV) notwendig, um abweichend von den Zielen der Raumplanung neben Windenergieanlagen auch einen Photovoltaikpark zu errichten. Für den Bau der Windenergieanlagen laufen die Genehmigungsverfahren. 

Standort

Südlich der Landeshauptstadt Schwerin befindet sich die Gemeinde Plate mit ihren Ortsteilen Plate, Consrade und Peckatel. Westlich des Ortes Plate, entlang der Autobahn A14, erstreckt sich das künftige Windeignungsgebiet, das zum Energiepark weiterentwickelt werden soll. 

Porträt Kim Müller

Eine Umgehungsstraße für Plate

Ziel der Planungen für den Energiepark ist auch, für den Ort Plate eine Umgehungsstraße zu realisieren, um das Dorf von der hohen Verkehrsbelastung zu befreien. Dies ist seit Jahren ein ausdrücklicher Wunsch der Gemeinde. Mehrere tausend Fahrzeuge pro Tag würden so aus dem Ort verschwinden, die Lebens- und Wohnqualität für Anwohner steigen.  

Die Idee ist, die ohnehin erforderlichen Wege für die Erschließung der Energieanlagen als Verkehrsstraße durch das Windparkgebiet anzulegen und diese Straße nach der Erschließung als Ortsumgehung zu nutzen. Ziel der Gemeinde ist zudem, mit dieser Verkehrsstraße dann auch eine Anbindung an die Autobahn A14 sowie an die Stadt Schwerin zu erreichen.

Walze auf frischem Asphalt

weitere fragen zum projekt

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Mit der Entwicklung des Windeignungsgebietes zu einem Energiepark haben wir die Chance, die Energiewende in Mecklenburg mitzugestalten und den Einwohnern in der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, von der Energiegewinnung zu profitieren.

Ronald Radscheidt, Bürgermeister Plate

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