mecklenburg-vorpommern
windpark grabow-below
naturwind plant, südlich der Ortschaft Grabow (Gemeinde Eldetal) 8 Windenergieanlagen zu errichten. Ein Teil der Windräder soll dazu dienen, Windstrom in Wasserstoff umzuwandeln und so grüne Energie speicherbar und für andere Energiesektoren nutzbar zu machen. Die dazu notwendige Energiewandlungsanlage soll nördlich in einem Gewerbegebiet bei Leizen errichtet werden. Die Gemeinde Eldetal soll vom Betrieb des Windparks finanziell profitieren.

Projektstatus
Genehmigungsverfahren

Anlagentyp
5 Vestas V-162
3 Vestas V-150

Leistung
54 MW

Projektpartner
Windpark Grabow-Below GmbH
Planungsstand und nächste Schritte
Die Ausweisung eines Windeignungsgebietes in Grabow-Below wird seit Jahren vom zuständigen Planungsverband forciert. Das Raumentwicklungsprogramm Mecklenburgische Seenplatte konnte aber lange nicht fortgeschrieben werden. Da bereits eine Reihe von Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit von Windenergieanlagen in dem Gebiet abgeschlossen waren, hat naturwind im April 2024 den Genehmigungsantrag zum Windpark Grabow-Below eingereicht. Im Herbst 2025 hat der Planungsverband einen neuen Planentwurf für die Ausweisung von Windvorranggebieten vorgelegt. Die acht von naturwind beantragten Windenergieanlagen liegen innerhalb des im Entwurf vorgesehenen Vorranggebietes.
Im Zuge des Genehmigungsverfahrens nehmen die sogenannten Träger öffentlicher Belange Stellung zu dem Vorhaben. Das sind Natur- und Denkmalschutzbehörden, die Deutsche Flugsicherung und weitere. Auch Einwohner können sich im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung zum Projekt äußern. Einwendungen werden erörtert und abgewogen. Erst dann entscheidet die Genehmigungsbehörde abschließend über das Projekt.
Was konkret geplant ist
Südlich der Ortschaft Grabow entlang der Autobahn A 19 bis zur Landesgrenze nach Brandenburg plant naturwind 8 Windenergieanlagen zu errichten. Windkraftanlagen an Autobahnen bieten die Möglichkeit, Gebiete für die Windenergieerzeugung zu nutzen, in denen bereits Eingriffe in die Natur vorgenommen wurden und so andere Naturräume zu schonen. Jede Windenergieanlage wird mind. 1.000 Meter von Wohngebieten entfernt sein.
In der Gemeinde Leizen plant naturwind zusammen mit Partnern den Bau einer Energiewandlungsanlage, die mit Windstrom aus Grabow-Below durch Elektrolyse von Wasser Wasserstoff und Folgeprodukte wie Flüssiggas oder Methanol erzeugt. Dies ermöglicht es zum einen, Wind- oder auch Sonnenstrom zu speichern. Zum anderen wird Grünstrom so auch in anderen Energiesektoren, etwa im Verkehrs- und Wärmesektor, nutzbar. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird für Leizen ein lokales Energienutzungskonzept erstellt.
Was hat die Gemeinde Eldetal davon?
Standort
Das Windparkgebiet Grabow-Below liegt südlich der Müritz in der Gemeinde Eldetal. Es erstreckt sich vom Ort Grabow südlich entlang der Autobahn A 19 bis zur Landesgrenze nach Brandenburg.
Fragen & Antworten
Der Gesetzgeber hat Grenzwerte für Lärm - bei Tag und bei Nacht - festgelegt, die eingehalten werden müssen. Tagsüber wird das Rauschen der Rotoren überwiegend durch andere Alltagsgeräusche, wie Straßenlärm und das Rauschen von Bäumen und Büschen im Wind, überlagert. Nachts sind die Lärmgrenzwerte noch strenger als tagsüber. Können diese nicht eingehalten werden, werden Windräder nachts abgeschaltet. Moderne Windenergieanlagen sind aber längst nicht mehr so laut wie ihre Vorgänger aus den Pionierzeiten der Windenergie.
Es gibt viele Gefahren für Tiere. Windräder spielen dabei nur eine geringe Rolle. Hauptursache für das Artensterben ist, dass viele Tiere durch Industrialisierung und Urbanisierung und auch durch den Klimawandel ihre Lebensräume verlieren. Letztlich ist es unser Wohlstand, der dafür verantwortlich ist. Die Windenergiebranche tut viel, um Windräder naturverträglich zu errichten und Lebensräume zu erhalten. Windräder sind nicht die Ursache für ein vermehrtes Artensterben. Ein Beispiel: Schätzungen gehen von 150.000 toten Vögeln an deutschen Windrädern pro Jahr aus, so genannte Schlagopfer. Zum Vergleich: Durch Straßen- und Bahnverkehr sterben in Deutschland jährlich ca. 70 Mio. Vögel, durch Hauskatzen 20 bis 100 Mio., und an Glasscheiben verenden jedes Jahr mindestens 100 Mio. Vögel. Wildtiere am Boden werden kaum durch Windenergieanlagen beeinflusst bzw. gewöhnen sie sich sehr schnell an die veränderte Umgebung.
Brände von Windenergieanlagen sind selten. Es wird viel getan, um solche Vorfälle zu verhindern. Es gibt Temperatur- und Drucküberwachungen, Brand- und Rauchmeldesysteme, Lösch- und Blitzschutzeinrichtungen. Für jedes Windrad wird ein Brandschutzkonzept erstellt. Das Auslaufen von Betriebsflüssigkeiten wird durch moderne Messtechnik ebenfalls frühzeitig erkannt. Auffangvorrichtungen verhindern das Auslaufen von Betriebsflüssigkeiten.
Um künftig - nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung und der Atomenergie - teure Stromimporte zu vermeiden, müssen die Erneuerbaren jetzt ausgebaut werden. Zumal der Stromverbrauch in Deutschland weiter steigen wird, weil künftig mehr Strom zum Heizen und im Verkehrssektor benötigt wird. Ein optimiertes und leistungsfähiges Stromnetz sowie mehr Speichermöglichkeiten werden Stromangebot und
-nachfrage künftig besser aufeinander abstimmen. So wird es künftig auch weniger Abschaltungen geben.
Faktencheck zur Windenergie
Falsch- und Desinformationen zur Windkraft sind weit verbreitet. Ob nun aus Unwissenheit oder ob falsche Fakten bewusst gestreut wurden, wichtig ist, solche Falschmeldungen (Fake News) zu erkennen. In unserem WINDCHECK haben wir häufige Mythen zur Windenergie entlarvt und falsche oder irreführende Behauptungen richtiggestellt.
Weitere informationen
Nächtliches Dauerblinken im Windpark wird abgeschaltet
Windräder dürfen nachts nicht mehr blinken. Dazu werden Windparks mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ausgestattet. Das heißt, Windräder blinken nur noch dann, wenn sich ein Flugzeug nähert. Durch den Einsatz von Radaranlagen und Transpondern soll dies ermöglicht werden. Experten gehen davon aus, dass die nächtliche Befeuerung dann zu rund 90 Prozent ausgeschaltet sein wird. Die Nachtkennzeichnung dient dazu, dass Flugzeuge Windenergieanlagen, die höher als 100 Meter sind, als Hindernisse erkennen.
Die Frist zur Ausstattung von Windenergieanlagen mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung wurde bereits mehrfach verlängert. Die Technik für die Ausstattung von Windparks mit der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ist inzwischen zwar vorhanden, allerdings konnten nicht alle Neu- und Bestands-Windparks in Deutschland innerhalb der ursprünglich vorgesehenen Zeitspannen mit der Technik ausgerüstet werden.
ZENAPA will Natur- und Klimaschutz vereinen
Die Gemeinde Eldetal agiert auch als Partner des LIFE-IP-Projektes ZENAPA in der Müritz-Nationalpark-Region. ZENAPA steht für „Zero Emission Nature Protection Area“, kurzum für emissionsfreie Großschutzgebiete. Es geht um Synergien zwischen Naturschutz und Klimaschutz in Natur- und Nationalparks und Biosphärenreservaten sowie deren umliegenden Regionen. ZENAPA will belegen, dass sich Schutzziele nicht widersprechen, dass Natur- und Artenschutz mit dem Klimaschutz vereinbar sind. Durch investive Maßnahmen sollen in den ZENAPA-Regionen erneuerbare Energien ausgebaut, die Energieeffizienz verbessert und eine nachhaltige Mobilität und Landnutzung ermöglicht werden.
Es gibt 16 ZENAPA-Regionen in Deutschland und Luxemburg, gefördert mit Mitteln des EU-Förderprogramms für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik „LIFE“. Das Projekt hat 2016 begonnen und endet 2024. 2020 fand im Rahmen des ZENAPA-Projektes im Nachbar-Windpark Bütow-Zepkow ein Feldversuch für ein Antikollisionssystem zum Vogelschutz statt. Damit wurden Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans in einem Windpark erprobt. Mehr Infos auf der Projektseite zum Windpark Bütow-Zepkow.
Im Zuge des ZENAPA-Projektes wurden für einige Gemeinden Untersuchungen zu örtlichen Quartierskonzepten, in denen mögliche Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet wurden, durchgeführt. Wir prüfen, ob einzelne Maßnahmen in Verbindung mit dem Windenergieprojekt Grabow-Below umgesetzt werden können.
Auch interessant
EEG 2021: Klimaneutral bis 2050
Faktencheck zur Infraschallstudie
Naturschutz und Windenergie kompatibel?