brandenburg
windpark müncheberg-mittelheide
naturwind plant zusammen mit EnBW und wpd Onshore den Bau von 16 Windenergieanlagen im Windeignungsgebiet Müncheberg-Mittelheide. Dieses Gebiet wurde 2018 von der Planungsgemeinschaft Oderland-Spree ausgewiesen. Neben Planung, Bau und Betrieb der Windenergieanlagen als einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz und zur Umsetzung der Energiewende geht es auch um finanzielle Teilhabemöglichkeiten für die Stadt Müncheberg und ihre Einwohner. Hintergrund: Etwa die Hälfte der Fläche des geplanten Windparks ist Eigentum der Stadt Müncheberg. Neben dem so genannten Windkrafteuro, den Windpark-Betreiber in Brandenburg an ansässige Kommunen zahlen müssen, kann die Stadt Müncheberg so weitere zusätzliche Einnahmen erzielen.
Zum aktuellen Projektstand (Oktober 2025): Der Genehmigungsantrag wurde in zwei Teile gesplittet. Antrag eins mit neun Windenergieanlagen wurde im Herbst 2025 genehmigt. Das Verfahren für Antrag zwei über sieben Anlagen läuft weiter.

Projektstatus
Genehmigt
Genehmigungsverfahren

Anlagentyp
9 Vestas V 162
7 Vestas V 162

Leistung
99,2 MW

Projektpartner
EnBW, wpd onshore
Was bisher geschah
Seit 2012 ist naturwind in der Region aktiv. Im selben Jahr wurden die ersten Untersuchungen zur Errichtung eines Windparks in Müncheberg-Mittelheide beauftragt. 2015 hat naturwind Nutzungsverträge mit den Flächeneigentümern im potenziellen Windeignungsgebiet abgeschlossen, so u.a. mit der Stadt Müncheberg. Die Planungsgemeinschaft Oderland-Spree hat im Oktober 2018 den Forst südlich des Müncheberger Ortsteiles Hoppegarten als Windeignungsgebiet ausgewiesen. Im Frühjahr 2020 konnte naturwind alle erforderlichen Untersuchungen, u.a. Umweltgutachten, abschließen. Ergebnis: Es wurden keine relevanten Fakten, die gegen einen Windpark sprechen, gefunden. Daraufhin wurde im Sommer 2020 der Genehmigungsantrag beim Landesumweltamt eingereicht. Zwischenzeitlich ruhte das Verfahren allerdings wegen eines in der Nähe befindlichen Drehfunkfeuers. Da die Deutsche Flugsicherung nun die Anlagenschutzbereiche rund um Drehfunkfeuer verkleinert hat, konnte dieses Problem ausgeräumt und das Genehmigungsverfahren 2023 wieder aufgenommen werden. Dafür wurden 2022 neue Umweltuntersuchungen vorgenommen.
Was konkret geplant ist
Vorgesehen ist, südlich des Maxsees 16 Windenergieanlagen vom Typ Vestas V 162 zu errichten. Neun Anlagen sollen auf Stadtflächen errichtet werden. Jährlich können so in Müncheberg laut aktueller Ertragsprognose rund 240 Mio. Kilowattstunden grüner Strom erzeugt und damit rund 70.000 Haushalte versorgt werden. Im Vergleich zum deutschen Strommix werden so etwa 80.000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart.
Jede Windenergieanlage wird mindestens 1.000 Meter von Wohngebieten und Einzelgehöften entfernt sein. Dies entspricht den heute allgemein anerkannten Abstandsregelungen. Bis zur Stadtgrenze von Müncheberg sind es mehr als fünf Kilometer. Die maximalen Schallbelastungen für Wohngebiete werden eingehalten. Auch dies war Gegenstand der Voruntersuchungen.
Was die Stadt Müncheberg davon hat
Die Hälfte der Flächen des geplanten Windparks sind Eigentum der Stadt Müncheberg und werden von naturwind gepachtet. Auf dieser Fläche können neun Windräder errichtet werden. Weitere sieben Anlagen werden auf privaten Flächen gebaut. Die Stadt kann zum einen von Pachteinnahmen profitieren und zum anderen von gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsmöglichkeiten.
- Pachteinnahmen für neun Windräder auf städtischem Grund: Laut Nutzungsvertrag mit der Stadt Müncheberg ist eine vertragsabhängige Vergütung zu zahlen. Unabhängig vom Ertrag wurde eine jährliche Mindestvergütung vereinbart. Die liegt bei der derzeit geplanten Anlagenkonfiguration bei 540.000 Euro pro Jahr.
- Windenergieanlagenabgabengesetz Brandenburg: Der so genannte Windkrafteuro von 10.000 Euro pro Windrad ist jährlich an Kommunen im 3-km-Radius zu zahlen, würde also 160.000 Euro zusätzlich für die Region (Stadt Müncheberg, Gemeinden Grünheide und Steinhöfel) bedeuten. Medienberichten zufolge plant das Landeswirtschaftsministerium, diese pauschale Abgabe abzuschaffen und an die Leistung der Windenergieanlagen zu koppeln. Sie soll demnach 5.000 Euro je Megawatt und Jahr betragen. Dadurch könnte sich der Windkrafteuro in Müncheberg annähernd verdreifachen.
- Zusätzlich wird die Kommunalabgabe nach §6 EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gezahlt. Das heißt, dass betroffene Gemeinden bis zu 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde Strom erhalten. Das wären nach aktuellen Prognosen für den Windpark Müncheberg-Mittelheide 480.000 Euro pro Jahr für die Stadt Müncheberg sowie die Gemeinden Grünheide und Steinhöfel.
Standort
Das Windeignungsgebiet Müncheberg-Mittelheide liegt in einem Forst zwischen dem Maxsee und Schönfelde, südlich des Müncheberger Ortsteils Hoppegarten. Etwa die Hälfte der Fläche des Windparks ist Eigentum der Stadt Müncheberg.
Fragen & Antworten
Der Mensch verändert seit Generationen die Landschaft, auch Windenergieanlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild. Sie werden zwar nur auf ein bis zwei Prozent der Fläche in Deutschland gebaut, haben also einen geringen Flächenbedarf, sind aber weithin sichtbar. Ob eine Landschaft mit Windrädern als schön empfunden wird oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks und auch des Gewöhnens. Für junge Menschen ist der Anblick von Windrädern bereits völlig normal. Bei modernen Windenergieanlagen ist die optische Wirkung von Windrädern durch kleinere Rotor-Drehzahlen geringer.
Es gibt viele Gefahren für Tiere. Windräder spielen dabei nur eine geringe Rolle. Hauptursache für das Artensterben ist, dass viele Tiere durch Industrialisierung und Urbanisierung und auch durch den Klimawandel ihre Lebensräume verlieren. Letztlich ist es unser Wohlstand, der dafür verantwortlich ist. Die Windenergiebranche tut viel, um Windräder naturverträglich zu errichten und Lebensräume zu erhalten. Windräder sind nicht die Ursache für ein vermehrtes Artensterben. Ein Beispiel: Schätzungen gehen von 150.000 toten Vögeln an deutschen Windrädern pro Jahr aus, so genannte Schlagopfer. Zum Vergleich: Durch Straßen- und Bahnverkehr sterben in Deutschland jährlich ca. 70 Mio. Vögel, durch Hauskatzen 20 bis 100 Mio., und an Glasscheiben verenden jedes Jahr mindestens 100 Mio. Vögel.
Brände von Windenergieanlagen sind selten. Es wird viel getan, um solche Vorfälle zu verhindern. Es gibt Temperatur- und Drucküberwachungen, Brand- und Rauchmeldesysteme, Lösch- und Blitzschutzeinrichtungen. Für jedes Windrad wird ein Brandschutzkonzept erstellt. Dabei wird dem Standort im Wald besonders Rechnung getragen. So muss es beispielsweise doppelte Zuwegungen geben, es werden Wasserzisternen angelegt etc. Das Anlegen zusätzlicher Wege und von Wasserentnahmestellen verbessert auch den Brandschutz für das Waldgebiet Mittelheide insgesamt.
Nach Ablauf der Einsatzzeit eines Windrades ist der Betreiber gesetzlich verpflichtet, die Anlage abzubauen, zu entsorgen und den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Zurückzubauen sind alle ober- und unterirdischen Anlagenteile, Leitungen, Wege und Plätze. Diese Rückbauverpflichtung wird üblicherweise mit einer Bankbürgschaft zugunsten der Genehmigungsbehörde sichergestellt. Dies gilt auch bei Übertragung von Windenergieanlagen auf Dritte. Erfolgt dies nicht, kann eine Genehmigung widerrufen werden. Die Höhe der Sicherheitsleistung richtet sich nach den voraussichtlichen Kosten für den Rückbau.
Faktencheck zur Windenergie
Falsch- und Desinformationen zur Windkraft sind weit verbreitet. Ob nun aus Unwissenheit oder ob falsche Fakten bewusst gestreut wurden, wichtig ist, solche Falschmeldungen (Fake News) zu erkennen. In unserem WINDCHECK haben wir häufige Mythen zur Windenergie entlarvt und falsche oder irreführende Behauptungen richtiggestellt.
Weitere informationen
Windenergie im Forst: So funktioniert’s
Für den Bau des Windparks werden rund zwölf Hektar Forst gerodet - das entspricht etwa 16 Fußballfeldern. Zum Vergleich: Das gesamte Windeignungsgebiet ist 190 Hektar groß. Zum Ausgleich für die Fällmaßnahmen werden in der Region neue Bäume gepflanzt. Auf Wunsch der Stadt Müncheberg und in Absprache mit der Genehmigungsbehörde könnten die Wiederaufforstungsmaßnahmen auch im Stadtgebiet erfolgen.
Die Nutzung von Windenergie in Wäldern wird lediglich in waldreichen Regionen und in intensiv forstwirtschaftlich genutzten Waldflächen, insbesondere in Fichten- und Kiefernforsten, empfohlen. Begründet wird dies damit, dass solche „Wirtschaftswälder“ bzw. „naturferne Forsten“ eine geringere biologische Vielfalt als naturnahe Laub- und Mischwälder besitzen.
Beim Stadtwald in Müncheberg-Mittelheide handelt es sich um einen solchen Forst mit hohem Nadelbaumbestand. Der Landesforstbetrieb Brandenburg hat bereits 2010 große Teile des heutigen Windeignungsgebietes als geeigneten Standort für die Windenergienutzung dargestellt. In Brandenburg gibt es bereits ähnliche Energieprojekte in Waldgebieten, beispielsweise im Windpark Uckley-Nord in Königs Wusterhausen.
Ergebnisse einer Haustürkampagne von naturwind in Müncheberg
Im Juni 2020 hat naturwind eine „Haustürkampagne“ in der Stadt Müncheberg und den Ortsteilen durchgeführt. Dabei wurden 350 Einwohner zum Projekt befragt. Ziel der Haustürkampagne war es zum einen, Einwohner über das bevorstehende Genehmigungsverfahren zu informieren und Stimmungen und Meinungen der Menschen vor Ort zum geplanten Bau des Windparks einzufangen. Zuletzt hatte naturwind im Herbst 2017 eine Informationsveranstaltung für Einwohner durchgeführt, die allerdings auf geringes Interesse stieß. Bei der Haustürkampagne im Sommer 2020 wurden die aufgesuchten Haushalte zufällig ausgewählt.
„Wir haben dabei festgestellt, dass das Windparkprojekt in Müncheberg weitgehend unbekannt ist“, berichtet naturwind-Sprecherin Claudia Röhr. 70 Prozent der Befragten kannten das geplante Projekt nicht. Besonders im Stadtgebiet von Müncheberg ist das Vorhaben kaum bekannt, nur zehn bis 20 Prozent der Befragten wussten darüber Bescheid. In Hoppegarten und Maxseesiedlung, die Ortsteile liegen dichter am künftigen Windpark, kannten dagegen 70 bis 80 Prozent der Befragten das Projekt. Ebenfalls weitgehend unbekannt ist, dass die Stadt Müncheberg mit dem Windpark zusätzliche Pachteinnahmen für die Stadtkasse generieren kann.
Allerdings sieht weniger als die Hälfte der Befragten die zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten für die Stadt Müncheberg als positiv an. Auch auf die Frage, wofür diese Einnahmen verwendet werden könnten, gibt es wenige Aussagen. „Den Menschen fiel es schwer, Bedürfnisse zu nennen“, berichtet Claudia Röhr. Am häufigsten genannt wurden Investitionen in Jugendarbeit, Schulen und Familien.
Befragt nach ihrer Meinung zur Windenergie im Allgemeinen äußerte sich nur ein kleiner Teil der Befragten (13 Prozent) negativ. Knapp die Hälfte sieht Windenergie positiv, der Rest ist neutral, gleichgültig oder äußerte sich gar nicht dazu. Konkret zum Windpark in Müncheberg befragt, äußerten sich zwar mehr Menschen (23 Prozent) negativ, es gibt aber keine Mehrheit gegen das Projekt. „In den betroffenen Ortsteilen Hoppegarten und Maxseesiedlung ist die Ablehnung erwartungsgemäß höher. Hier haben sich 57 bzw. 50 Prozent der Befragten negativ zum Projekt geäußert“, berichtet Claudia Röhr.
Projektgegner wurden zudem befragt, was sie an einem Windpark in Müncheberg-Mittelheide besonders stören würde. Hier wurden die Veränderung des Landschaftsbildes und der Standort im Wald am häufigsten genannt.
Den Kampagnenbericht finden sie HIER
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naturwind setzt auf Windenergie an Land und kümmert sich auch um andere Energieprojekte. Denn es geht um unsere Zukunft.
Der Windpark Müncheberg-Mittelheide wird dazu beitragen, brandenburgischen Strom noch grüner zu machen.
Gleichzeitig hat die Stadt Müncheberg die Chance, auch finanziell vom Windpark zu profitieren.
Stephan Wiggeshoff, Projektleiter
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