mecklenburg-vorpommern

windparkerweiterung kladrum-ost

naturwind hat im November 2020 eine Genehmigung für den Bau und Betrieb von drei Windenergieanlagen im östlichen Bereich des vorhandenen Windparks Kladrum erhalten. Die drei Windräder sollen 2021 errichtet werden, wenn der künftige Betreiber wpd in der EEG-Ausschreibung einen Zuschlag erhalten hat. Die Gemeinde Zölkow, zu der der Ortsteil Kladrum gehört, soll von der Windparkerweiterung auch finanziell profitieren. 

Auf dieser Seite wird regelmäßig über den weiteren Projektverlauf, über den Bauablauf und Teilhabemöglichkeiten informiert. 

NW_Icon_Baustatus

Projektstatus

Genehmigung wurde im November 2020 erteilt,
Bau in 2021 geplant

Anlagentyp

3 Nordex N-131
Nabenhöhe: 164 Meter
131 Meter Rotordurchmesser
Gesamthöhe: 229,5 Meter

Leistung

3,3 MW je Anlage
Gesamtleistung: 9,9 MW

Projektpartner

wpd onshore

Vorteile für die Gemeinde Zölkow

Zwischen Kladrum und Zölkow steht einer der größten Windparks des Landes Mecklenburg-Vorpommern. naturwind war es bei der Erweiterung des bestehenden Windparks wichtig, dass die Gemeinde und deren Einwohner vom Bau weiterer Windenergieanlagen angemessen profitieren. Folgende Teilhabemöglichkeiten sind derzeit geplant:

  • 300.000 Euro für die Renaturierung der Warnow

Bereits zu Beginn der Planungen wurde der Wunsch an naturwind herangetragen, mit Mitteln aus dem Windpark die Renaturierung der Warnow innerhalb des Gemeindegebietes zu unterstützen. Mit den zuständigen Behörden konnte sich naturwind darauf verständigen, dass ein Großteil der naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen für dieses Bauprojekt in Form eines Ersatzgeldes in die Gewässerrenaturierung fließen. 300.000 Euro werden aus dem Windprojekt dafür bereitgestellt. Damit kann die Gemeinde Zölkow ihren Eigenanteil für die von der EU geförderte Warnow-Renaturierung aufbringen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund drei Mio. Euro. 

  • Zusätzliche Vergütungen für Gemeindeflächen im Windpark

Mit der Gemeinde wurde eine Vereinbarung zur Nutzung gemeindlicher Flurstücke im Windpark, die von den Rotoren der neuen Windenergieanlagen „überstrichen“ werden, abgeschlossen. Konkret sind das beim Projekt Kladrum-Ost jährlich rund 9.100 Euro Einnahmen für die Gemeinde. Über weitere Verträge zur temporären Nutzung gemeindeeigener Flächen für den Transport sowie für Lager- und Montageflächen im Zuge der Errichtung der drei Windräder wird noch verhandelt. 

  • Finanzielle Teilhabe gesetzlich geregelt

Die Gemeinde Zölkow wird bei diesem Windenergieprojekt auch von gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsmöglichkeiten profitieren. Die genauen Regelungen werden gerade geändert. Hintergrund: In Mecklenburg-Vorpommern ist Teilhabe an der Windenergie seit 2016 über das Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz geregelt. Dieses sieht eine direkte gesellschaftsrechtliche Beteiligung, also den Kauf von Gesellschafteranteilen durch Gemeinden und Einwohner, oder alternativ dazu eine Ausgleichsabgabe für Gemeinden und ein Sparprodukt für Anwohner vor. Im Dezember 2020 hat die Bundesregierung die Möglichkeit einer bundesweit einheitlichen Beteiligungsmöglichkeit geschaffen. Das neue EEG soll nun eine finanzielle Teilhabe von betroffenen Kommunen von bis zu 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde Strom ermöglichen. Dies sind nach aktuellen Ertragsprognosen für die drei neu geplanten Anlagen im Windpark Kladrum mind. rund 36.000 Euro jährlich. Wie beide Regelungen korrespondieren, muss derzeit noch geklärt werden.   

Gemeinde und Bauträger wollen gemeinsames Konzept zum Bauablauf

Um die Auswirkungen beim Bau der drei neuen Windenergieanlagen für Anwohner so gering wie möglich zu halten, werden die Projektpartner zusammen mit der Gemeinde ein gemeinsames Konzept zum Bauablauf erarbeiten. Erste Gespräche mit der Gemeinde und dem zuständigen Bauamt fanden bereits statt. In dem Konzept wird es auch darum gehen, gemeindliche Infrastrukturen wie beispielsweise Straßen im Bauprozess nicht zu beschädigen bzw. wieder herzurichten. Dazu soll beispielsweise vereinbart werden, dass der Zustand von Infrastruktureinrichtungen vor und nach der Benutzung genau dokumentiert wird. Wir werden auf dieser Website über die vereinbarten Maßnahmen zum Bauablauf berichten. 

Standort

Der Windpark Kladrum liegt zwischen Schwerin und Parchim in der Gemeinde Zölkow, südlich der Orte Kladrum und Zölkow.

Fragen & Antworten

Die drei neu geplanten Anlagen halten die vorgegebenen Mindestabstände von 800 Metern zu Einzelgehöften und 1.000 Metern zu Siedlungen ein.

Die drei geplanten Anlagen stehen innerhalb des alten Windeignungsgebietes Kladrum. Im aktuell zweiten Entwurf des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg wird wiederum ein Eignungsgebiet Kladrum ausgewiesen. Die drei genehmigten Anlagen befinden sich innerhalb der Grenzen des neuen Windeignungsgebietes.

Der Windpark Kladrum gehört zu den größten Windparks in Mecklenburg-Vorpommern. Die Anzahl der Windräder im Windpark Kladrum wird sich in Zukunft auf etwa die Hälfte reduzieren, weil im Verlauf der nächsten Jahre ein umfangreiches Repowering stattfinden wird. Das bedeutet, die zahlreichen Altanlagen werden abgebaut und durch neue, leistungsstärkere Windräder ersetzt. Die neuen Windräder müssen jedoch auch größere Mindestabstände zueinander einhalten. Somit werden zukünftig weniger Windenergieanlagen auf der gleichen Fläche stehen. Auch naturwind plant im Windpark Kladrum ein so genanntes Repowering, also den Abbau alter Windenergieanlagen und Ersatz durch eine neue Windenergieanlagen.

Der Gesetzgeber hat Grenzwerte für Lärm - bei Tag und bei Nacht - festgelegt, die eingehalten werden müssen. Voraussetzung für die Genehmigung neuer Windräder ist, dass die bereits vorhandenen Lärmbelastungen durch bestehende Windräder, Straßen oder andere technische Anlagen mit berücksichtigt werden. Die drei neuen Windräder werden deshalb nachts in einem lärmreduzierten Modus betrieben, um die vorgegebenen Grenzwerte sicher einzuhalten. Moderne Windenergieanlagen sind längst nicht mehr so laut wie ihre Vorgänger aus den Pionierzeiten der Windenergie. Neben einer langsameren Rotordrehzahl wurden die Flügelprofile weiter optimiert und die Turbinen besser gedämmt.

Das ist ein häufig vorgebrachter Vorwurf, aber tatsächlich konnte in diversen Untersuchungen zu diesem Thema ein solcher Zusammenhang nicht nachgewiesen werden. Allenfalls wurden vorübergehende Marktirritationen beobachtet, insbesondere durch entsprechende Prophezeiungen. Langfristig sind jedoch andere Faktoren für Immobilienpreise entscheidend, nämlich überwiegend Angebot und Nachfrage, vorhandene Infrastrukturen etc.

Weitere informationen

Nächtliches Dauerblinken im Windpark wird abgeschaltet

Windräder dürfen noch bis Ende 2022 nachts blinken. Dann müssen Windparks mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ausgestattet sein - auch der Windpark Kladrum. Das heißt, Windräder blinken nur noch dann, wenn sich ein Flugzeug nähert. Durch den Einsatz von Radaranlagen und Transpondern soll dies ermöglicht werden. Experten gehen davon aus, dass die nächtliche Befeuerung dann zu rund 90 Prozent ausgeschaltet sein wird. Die Nachtkennzeichnung dient dazu, dass Flugzeuge Windenergieanlagen, die höher als 100 Meter sind, als Hindernisse erkennen. 

Die Frist zur Ausstattung von Windenergieanlagen mit einer bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung wurde im Herbst 2020 zum zweiten Mal verlängert. Mitte 2021 sollte eigentlich bereits Schluss sein. Die Technik für die Ausstattung von Windparks mit der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung ist inzwischen zwar vorhanden, allerdings geht die Bundesnetzagentur davon aus, dass die zugelassenen Hersteller es nicht schaffen, bis Mitte 2021 alle Neu- und Bestands-Windparks in Deutschland mit der Technik auszurüsten, und haben daher die Frist noch einmal verlängert. 

sie wollen mehr erfahren?

Wenn Sie mit uns in Kontakt treten möchten oder weitere Fragen zu diesem Windenergieprojekt im Allgemeinen oder auch zu ganz konkreten Details haben, dann schreiben Sie uns!

Mit den inzwischen gesetzlich vorgeschriebenen Teilhabemodellen werden die Einnahmen aus der Windenergie künftig auch im Windpark Kladrum gerechter verteilt.

Gesine Markwardt, Projektfinanzierung und Teilhabe naturwind

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