mecklenburg-vorpommern
energiedorf lübesse
Im Energiedorf Lübesse soll eine Wasserstoff- und Methanerzeugungsanlage errichtet werden, die es ermöglicht Strom aus dem benachbarten Windpark vor Ort zu speichern und in anderen Sektoren (Wärme, Mobilität) zu nutzen. Ziel ist eine regionale Versorgung des Dorfes einschließlich des vorhandenen Gewerbegebietes mit Strom und Wärme. Zudem sollen regenerative Kraftstoffe (eFuels) für den Verkehrssektor erzeugt werden.
naturwind hat das Projekt mit initiiert. Die Gesellschaft für regionale Teilhabe und Klimaschutz wurde mit Teilen der Entwurfsplanung für das Projekt beauftragt. Dazu zählen u. a. die Planung der Nahwärmeversorgung, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, technische Simulationen und die Projektkoordination.
In einer Energiewandlungsanlage soll mittels Elektrolyse und anschließender Methanisierung Strom zur Herstellung von regenerativem Erdgas (Power-to-Gas) genutzt werden. Geplant ist die Erzeugung von regenerativen Kraftstoffen, zum Beispiel von grünem Flüssiggas (LNG) für umweltfreundliche Antriebe im Schwerlastverkehr (Lkw, Schifffahrt). Ziel ist auch die Nutzung der bei den Umwandlungsprozessen anfallende Wärme, beispielsweise zur regionalen Wärmeversorgung mittels Nahwärmenetz. Für die Umsetzung des Projektes wurde 2019 die Projektgesellschaft Lübesse Energie GmbH (Link) gegründet.
Der für 2022 vorgesehene Baustart verzögerte sich unter anderem aufgrund der Insolvenz des Technologiepartners und Generalunternehmers und war dann für 2025 geplant. Aufgrund niedriger THG-Quoten ist das Vorhaben aktuell allerdings nicht mehr wirtschaftlich darstellbar. Grund: Seit 2023 hat es einen massiven Preisverfall bei den THG-Quoten gegeben. Grund ist ein Überangebot an CO2-Zertifikaten im Zusammenhang mit mutmaßlichen Betrugszertifikaten. Die Einnahmen aus dem Verkauf der THG-Quoten sollten die teuren Herstellungskosten synthetischer Kraftstoffe eigentlich ausgleichen. Das ist aktuell nicht mehr gegeben.

Grüner Strom
Für die regionale Stromversorgung wird vorrangig Windstrom aus örtlichen Bestands-Windenergieanlagen genutzt.

Sektorenkopplung
Aus Strom wird Wasserstoff und dann Methan gewonnen. Das synthetische Methan kann als Kraft-/Brennstoff genutzt werden.

Grüne Wärme
Ziel ist. auch die bei den Umwandlungsprozessen anfallende Wärme regional zu nutzen, zum Beispiel mittels Nahwärmenetz.

Grüne Mobilität
Aus synthetischem Methan wird LNG (verflüssigtes Erdgas) erzeugt, das als Kraftstoff in Lkw oder Schiffen zum Einsatz kommen kann.

Repowering
Um die Energieversorgung des Ortes und der Power-to-X-Anlage auch in Zukunft zu sichern, sollen neue Windenergieanlagen errichtet werden. Dabei werden auch vorhandene Bestandsanlagen abgerissen und durch moderne, leistungsfähigere Windräder ersetzt.

Projektstatus
Nach einem Ausschreibungsverfahren wurde im Herbst 2023 der Zuschlag an einen Anlagenbauer erteilt. Wegen des Preisverfalls auf dem globalen THG-Quotenmarkt ab 2023 liegt das Projekt derzeit auf Eis.
Standort
Südlich der Landeshauptstadt Schwerin, unweit der Bundesautobahn A 14, liegt die eigenständige Gemeinde Lübesse mit ihren Ortsteilen Ortkrug und Hasenhäge. Die Gemeinde hat rund 800 Einwohner. In Lübesse befindet sich zudem ein gut ausgelastetes Gewerbegebiet.
News
- Ausschreibung für Bau der Energiewandlungsanlage gestartet
- Baustart für Energiefabrik verzögert sich
- „Anbaggern“ für die Energiefabrik Lübesse
- Genehmigung für Energiefabrik Lübesse
- Wirtschaftsminister übergibt Förderzusage für Energiefabrik Lübesse
- Genehmigungsverfahren für Energiezentrale Lübesse ist eröffnet
- Energiepolitiker besuchen Energiedorf Lübesse
- Infoveranstaltung Energiedorf Lübesse am 6. März
- gtk übernimmt Planungsleistungen für Energiedorf
- Am 31. August zum Energiefest in Lübesse
energie vor ort erzeugen und nutzen
Eine emissionsfreie dezentrale Energieversorgung für den Ort Lübesse. Informationen für Anwohner auf der Projektseite.
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