mecklenburg-vorpommern

energiedorf lübesse

Im Energiedorf Lübesse wurde im Februar 2022 mit dem Bau unserer ersten Wasserstoff- und Methanerzeugungsanlage begonnen. Sie ermöglicht es, Strom aus vorhandenen Windrädern vor Ort zu vermarkten und dabei auch in anderen Sektoren (Wärme, Mobilität) zu nutzen. Ziel ist eine regionale, unabhängige Versorgung des Dorfes einschließlich des vorhandenen Gewerbegebietes mit Strom und Wärme. Zudem sollen regenerative Kraftstoffe erzeugt werden.

naturwind hat das Projekt mit initiiert. Die Gesellschaft für regionale Teilhabe und Klimaschutz wurde mit Teilen der Entwurfsplanung für das Projekt beauftragt. Dazu zählen u. a. die Planung der Nahwärmeversorgung, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, technische Simulationen und die Projektkoordination. 

Um den regional erzeugten erneuerbaren Strom jederzeit nutzen zu können, ist es notwendig, zeitweise überschüssige Energie zu speichern. Hierfür ist ein dezentrales Gasspeicherkraftwerk geplant. Mittels Elektrolyse und anschließender Methanisierung wird dabei Strom in regeneratives Erdgas umgewandelt (Power-to-Gas) und bei Bedarf, wenn kein Windstrom vorhanden ist, wieder rückverstromt. Gleichzeitig kann die bei diesen Umwandlungsprozessen anfallende Wärme zur regionalen Wärmeversorgung mittels Nahwärmenetz dienen.

Zudem ist auch die Erzeugung von regenerativen Kraftstoffen, zum Beispiel von grünem Flüssiggas (LNG) für umweltfreundliche Antriebe im Schwerlastverkehr (Lkw, Schifffahrt), vorgesehen. Für die Umsetzung des Projektes wurde die Projektgesellschaft Lübesse Energie GmbH mit Sitz in Schwerin gegründet. 

Die Bauarbeiten haben im Februar 2022 begonnen. Los ging es mit Erdarbeiten. Die weiteren Arbeiten verzögerten sich zunächst aufgrund von Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten, im September wurde dann der Insolvenzantrag des Technologiepartners bekannt. Nun wird nach alternativen Lösungen für den technischen Einkauf gesucht.

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Grüner Strom

Für die regionale Stromversorgung wird vorrangig Windstrom aus örtlichen Bestands-Windenergieanlagen genutzt. Dank Speicherung kann die Versorgung sichergestellt werden.

Sektorenkopplung

Aus überschüssigen Strommengen wird Wasserstoff und dann Methan gewonnen. Das Methan kann wieder rückverstromt oder in anderen Energiesektoren genutzt werden.

Grüne Wärme

Die bei den Umwandlungsprozessen anfallende Wärme wird genutzt, um den Ort Lübesse über ein Nahwärmenetz mit regenerativer Wärme zu versorgen. ​

Grüne Mobilität

Aus überschüssigem Methan wird regeneratives LNG (rLNG, verflüssigtes Erdgas) erzeugt, das als Kraftstoff in Lkw oder Schiffen zum Einsatz kommen kann.

Repowering

Um die dezentrale Energieversorgung des Ortes und der Power-to-X-Anlage auch in Zukunft zu sichern, soll eine der Bestands-Windenergieanlagen gegen eine moderne Anlage getauscht werden.

Projektstatus

Im Februar 2022 wurde mit den Erdarbeiten zur Baufeldfreimachung begonnen. Rund 1,5 Jahre werden die Arbeiten dauern.

Standort

Südlich der Landeshauptstadt Schwerin, unweit der Bundesautobahn A 14, liegt die eigenständige Gemeinde Lübesse mit ihren Ortsteilen Ortkrug und Hasenhäge. Die Gemeinde hat rund 800 Einwohner. In Lübesse befindet sich zudem ein gut ausgelastetes Gewerbegebiet. 

Porträt Matthias Kaulmann

energie vor ort erzeugen und nutzen​

Eine emissionsfreie dezentrale Energieversorgung für den Ort Lübesse. Informationen für Anwohner auf der Projektseite.

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